Fachkräftemangen in Baubetrieben aufhalten – Sofortmaßnahmen

Fachkräftemangel aufhalten – Sofortmaßnahmen für Baubetriebe

Bauunternehmen erleben gerade eine Veränderung auf dem Arbeitsmarkt. „War for Talents“ ist mittlerweile ein gängiger Ausdruck, der für den Fachkräftemangel steht. Vom kleinen Unternehmen bis zum Baukonzern suchen die Firmen händeringend nach (qualifizierten) Arbeitskräften.

Doch es muss kein Kampf sein. Und es ist in vielen Fällen auch kein langwieriger Prozess nötig, um gute Fachkräfte zu gewinnen und auch langfristig zu halten. Man sollte nur zügig beginnen, sich mit den Möglichkeiten und geeigneten Maßnahmen zu beschäftigen. Je eher, desto besser und gerne auch in kleinen Schritten. Denn oft entscheiden es die vermeintlich kleinen Dinge, mit denen Baubetriebe vielversprechende Talente auf sich aufmerksam machen.

Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Sofortmaßnahmen vor, mit denen Sie Ihr Unternehmen vom Wettbewerb abheben und Fachkräfte – sowohl die bereits beschäftigten, als auch neue – für Ihren Baubetrieb begeistern.

1. Regelmäßiges Feedback – aufmerksam zuhören und aktiv werden

Sind Ihre gewerblichen Arbeitskräfte und Ihre Angestellten zufrieden? Als Unternehmen sollten Sie natürlich grundsätzlich Wert auf das Wohlbefinden Ihrer MitarbeiterInnen legen. So bleiben bestehende MitarbeiterInnen Ihrem Betrieb eng verbunden und neu hinzugekommene spüren sofort die entgegengebrachte Wertschätzung. Holen Sie daher regelmäßig Feedback ein und nehmen Sie die Vorschläge an. Ihr Team kann Ihnen helfen, Prozesse effizienter zu gestalten und Defizite ausfindig zu machen.

Suchen Sie offene Gespräche. Nutzen Sie Fragebögen, um das Unternehmen durch die Augen Ihrer Mitarbeitenden zu sehen. Schrecken Sie nicht davor zurück, für das Wohlergehen aller auch Veränderungen durchzuführen. Ihr Team wird es Ihnen danken! Das hat auch Strahlkraft nach außen. Denn zufriedenere MitarbeiterInnen, deren Meinung ernst genommen wird, empfehlen den eigenen Betrieb weiter und Sie erreichen potenzielle Talente einfacher.

2. Bewerbungsprozess verschlanken – was wirklich zählt

Sie haben keine Zeit, viele Lebensläufe zu lesen? Dann lassen Sie es! Statt die üblichen Bewerbungsunterlagen per Post einzufordern, laden Sie die Bewerber dazu ein, einen kleinen, digitalen Fragebogen auszufüllen. Fragen Sie hier Themen und Kenntnisse ab, die Ihnen als Arbeitgeber wichtig sind. Danach suchen Sie anhand der Antworten die Menschen aus, die Sie zu einem Vorstellungsgespräch einladen.

Tatsächlich sind Ihnen keine Grenzen gesetzt. Ziehen Sie den Fokus von den Bewerbungsunterlagen ab und richten Sie diesen stärker auf die Persönlichkeiten. Sind die BewerberInnen in der Lage, flexibel auf Anforderungen zu reagieren oder können sie sich leicht neue Fähigkeiten aneignen? Überlegen Sie sich, was Ihnen bei zukünftigen MitarbeiterInnen wichtig ist und entscheiden Sie dann. Sie beschäftigen Menschen, keine Vergangenheiten.

3. Präsenz in sozialen Netzwerken schaffen – mittendrin statt nur dabei sein

Schaffen Sie mehr Präsenz, um weitere potenzielle Fachkräfte für Ihr Unternehmen zu interessieren. Selbst wenn klassische Kino- oder Plakatwerbung und Anzeigen in Zeitungen viele Menschen erreicht, findet die Jobsuche mittlerweile meistens online statt. Einerseits sollten Sie in bekannten Job-Portalen, z. B. www.stepstone.de oder www.indeed.de für Ihre offenen Stellen werben. Aber vor allem machen Sie Ihr Unternehmen bekannter, indem Sie auf Social Media aktiv werden. Wenn Sie auf den gängigen Kanälen wie LinkedIn, Xing, Facebook & Co. präsent sind, werden BewerberInnen Sie leichter finden. Ihr Baubetrieb wird dort sichtbar, wo die Talente sind.

Die Themen sind vielfältig. Sie haben gute Arbeit geleistet? Dann teilen Sie ein Bild davon mit Ihren Followern. Die Social-Media-Präsenz Ihres Bauunternehmens kann einen guten und authentischen Einblick in den Arbeitsalltag geben. Sie sind kein Langweiler? Dann sollten es Ihre Posts auch nicht sein! Es darf Spaß machen.

Aber Achtung: Hüten Sie sich vor zu viel plakativen Werbeaussagen, denn zu viel Werbung macht uninteressant. Und auch zu lange Pausen zwischen den Posts sollten vermieden werden. Man gerät auch schnell in Vergessenheit.

Tipp: Dran bleiben und schöne, kurze, interessante Geschichten erzählen. Ein Post pro Woche lässt Sie auf den meisten Plattformen aktuell bleiben. Im Idealfall mit direktem Nutzen für das Publikum. Der Nutzen kann beim ersten Kontakt auch mal der reine Unterhaltungswert sein. Das trägt dazu bei, dass Ihr Unternehmen als interessanter potenzieller Arbeitgeber wahrgenommen wird.

Stichwort Call-to-Action – bei Social Media muss nicht zwangsläufig immer eine Handlungsaufforderung erfolgen. Aber es ist von Vorteil, wenn die Posts so interessant sind, dass man mehr erfahren möchte. Und mit einem Klick ist er dann da, der heißersehnte Kontakt zu den MitarbeiterInnen von morgen.

Übrigens schadet es auch nicht, interessante Beiträge von interessanten Menschen zu liken oder zu teilen. Auch das erhöht die Relevanz Ihrer eigenen Social-Media-Kanäle.

4. Bilder und Videos einsetzen – bewegende Momente schaffen

Schnappen Sie sich Ihr Handy oder eine Kamera und werden Sie zum Filmemacher. Menschen lieben visuelle Reize. Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte und bewegte Bilder sind Bilder, die bewegen. Immer mehr Bauunternehmen machen sich diese Vorliebe für emotionale Kommunikation zunutze und arbeiten mit Film und Bild.

Ziel ist es, der Außenwelt Einblicke in das Unternehmen zu geben, Menschen vorzustellen und dabei möglichst unterhaltsam oder auch überraschend, also anders als erwartet, zu sein. Somit bekommen auch zukünftige Fachkräfte einen guten Eindruck.

Stellen Sie die Filme auf Ihre Homepage oder füllen Sie Ihre neuen Social-Media-Accounts damit. Visualisierung ist eine einfache und schnelle Methode, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden. Keine Angst, dabei können Sie kaum etwas falsch machen. Ansonsten hilft Ihnen das Marketing-Team Ihres Vertrauens.

5. Digitalisierung voranbringen – work smarter not harder

Nicht nur die Bewerbungsverfahren finden mittlerweile immer öfter digital statt, auch die Arbeitsprozesse im gesamten Bauunternehmen werden durch die Digitalisierung effizienter. Cloud-Lösungen und agiles Arbeiten ermöglichen es Baufirmen, Abläufe flexibel zu gestalten, zu beschleunigen und Kosten zu sparen. In vielen Umfragen wird klar: Fachkräfte erwarten ein modernes und zukunftsgerichtetes Arbeitsumfeld.

Damit sind jedoch nicht nur die technischen Gerätschaften wie Notebooks, Tablets oder Smartphones gemeint. Es geht auch um die Möglichkeit zur reibungslosen digitalen Zusammenarbeit. Remote arbeiten, mobil arbeiten, gleichzeitig an Dokumenten arbeiten, ohne diese in verschiedenen Ständen hin- und herschicken zu müssen – Stichwort Cloud – sind klare Anforderungen an den Modern Workplace, an den modernen Arbeitsplatz von heute und in der Zukunft.

Empfehlung: Prüfen Sie, wo Sie in Sachen Digitalisierung gerade stehen und holen Sie sich Anregungen, welche Aufgabenbereiche im Baubetrieb noch weiter digitalisiert werden können.

Bleiben Sie am digitalen Ball und erleben Sie, wie die Digitalisierung insbesondere das Arbeitsleben erleichtert. Ob bei der mobilen Zeiterfassung, der Lohn- und Gehaltsabrechnung, der Finanzbuchhaltung bis hin zu den baubetrieblichen Aufgabenbereichen von Kalkulation, Angebotserstellung, Mengenermittlung, Fakturierung und BIM – digitale Systeme und Prozesse erleichtern Ihnen und Ihren Teams die Arbeit. Gute Fachkräfte lieben es, wenn alles einfach gut funktioniert.

Wie Sie die Digitalisierung in Ihrem Unternehmen zielgerichtet voranbringen, erfahren Sie hier.

6. Weiterbildung fördern – so kommen alle voran

Gute Weiterbildungsangebote binden MitarbeiterInnen an Ihren Baubetrieb. Die Rechnung ist einfach: Mein Arbeitgeber wertschätzt mein Engagement und stärkt mich in meiner Entwicklung, dafür wertschätze ich meinen Arbeitgeber! Fördern Sie Ihre Team-Mitglieder und bilden Sie Ihre MitarbeiterInnen weiter, dem Bedarf entsprechend. Besitzt ein Team-Mitglied ein bestimmtes Know-how, kann er dies auch an andere MitarbeiterInnen weitergeben. So etablieren Sie ein „Champion-System”, mit dem bestehende und auch neue KollegInnen schnell neue Fähigkeiten und Fertigkeiten aufbauen. Und Sie stärken zudem den Zusammenhalt im Team mit positiven Effekten auf Ihre Anziehungskraft als Arbeitgeber.  

Umfangreiche Weiterbildungskurse zu den verschiedenen Aufgabenbereichen im Baubetrieb finden Sie bei der BRZ-Akademie. (Zum BRZ-Schulungsangebot hier klicken)

Tipp: Informationen zum „Champion-System” im Baubetrieb bietet Ihnen das Whitepaper Modern Workplace Bau (hier anfordern)

7. Alternative Karrierewege – alles ist möglich

Fördern Sie alternative Karrierewege. Entdecken Sie das Potenzial. Oft zeigt eine einmal erworbene, in Zeugnissen dokumentierte Qualifikation oder die bisherige Tätigkeit eines Menschen nicht dessen Möglichkeiten. Seien Sie nicht abgeneigt, fachübergreifende Weiterbildung zu unterstützen. Begrüßen Sie Menschen, die quereinsteigen möchten. Denken Sie auch an integrative Ansätze, Talente zu akquirieren: Dort wo es möglich ist, geben Sie geflüchteten Menschen oder Menschen mit Behinderung eine Chance. 

Schreiben Sie uns gerne einen Kommentar, welche Sofortmaßnahme Sie umsetzen oder teilen Sie Ihre persönlichen Empfehlungen und Ideen mit anderen Lesern.

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